Frans Van Dijk

Frans van Dijk (*1936)
Geigenbaumeister

Er lernte das Handwerk im Betrieb von Willem Bouman in Den Haag und legte die Gesellenprüfung im bayrischen Geigenbauzentrum Mittenwald ab. Seine Wander- jahre führten ihn in die Werkstätten von Hans Schicker in Freiburg im Breisgau und Karl Magnes in Stuttgart und danach zu Fritz Baumgartner jun. in Basel. Von der Anstellung als Werkstattchef der Saiteninstrumentenabteilung in der Firma Kromp- holz in Bern wechselte er 1968 auf Vorschlag des damaligen Schulkommissionsmit- glieds und späteren Schulleiters Ulrich Zimmermann als Fachlehrer an die Kantonale Geigenbauschule Brienz.

 

 

FF (Frans Fragen)

Frans stellte sich selber die Fragen:

 

Welcher musikalische Grund lag vor, um die Geige so zu machen?
Sie ist nicht aus Zufall so entstanden, sondern es war einfach ein musikalisches Los dass nach einer Antwort verlangt hat.

 

Welche waren die ersten Experimente? Erkenntnisse aus den Experimenten?
Frans hat zuerst angefangen das Material genauer zu befragen, auch mit Saiten hat er sich intensiv auseinander gesetzt. Frans konnte die Geige nicht als Ganzes befragen, da sie zu groß ist und deshalb hat er einzelne Phänomene oder einzelne Teile der Geige befragt, wie den Innenraum oder die Platten die an der Geige sind.

Frans hat sich auch mit der elektroakustischen Forschung befasst, damals in Mittenwald und auch in Bregenz gab es diesbezüglich ein Labor, es kannte sich dort nur einer mit diesen Phänomenen aus. Gemeinsam mit dieser Person hatte er solche elektroakustische Untersuchungen an der Geige durchgeführt. Frans erkannte jedoch, dass dies nicht mehr seine Zielrichtung war.

Das Ergebnis daraus war die letzte 2x3er Serie die Frans machte, die für ihn eigentlich direkt mehr Antwort ist auf die Frage, besonders da wo eigentlich die Geigenanordnung ist, also am geschlossenen Hochkörper und Mittelstegübertragung und dieser massive Klotz der harfenähnlich angeregt wird, war für ihn schon eine vorläufige und gewissermaßen eine Beantwortung von der direktesten Frage die Frans hat.

 

Wie wäre die direkteste Frage?
Die direkteste Frage die sich Frans stellt ist: Was war musikalisch los bzw. was war die musikalische Absicht die Geige zu bauen? Er sieht hier einen Zusammenhang, mit dem was in der beruflichen Zeit damals los war, was man auch in der Malerei sehen kann. Damals wurde ganz anders vorgegangen, dies fing bereits so um das 15. Jahrhundert an, es wurden ganz entscheidende Schritte gemacht, auch in andere Gebiete, da gehörte auch die Geige dazu. Es ging aber nicht darum das Schönste zu machen oder um Streicheleinheiten für die Seele. Frans wurde klar, dass die Geige etwas ganz bestimmtes bewirken wollte, was auch oft auf unbewusstem Wege stattfinden kann und dies gibt ihm den notwendigen Halt. Wenn der Streichinstrumentenbau weitergeht, muss man schon erst mal auf diesem Weg weiterarbeiten.

 

Wie wirkten sich die Experimente auf Frans aus?
Welchen Einfluss hatten die Experimente auf die weiteren Arbeiten?
Frans kritisiert sich bei dieser Frage selbst und vergibt sich dabei einen Minuspunkt. Er meint, er sei in dieser Hinsicht in gewisser Weise inkonsequent gewesen. Er hat heute noch das Gefühl, dass er etwas nicht zu Ende geführt hat, wo der Übergang fehlt zudem, was er bisher gemacht hat. Frans erläutert dazu folgendes Beispiel:
Die Geige wird ja aus einem ganz speziellen Holz gemacht, hier ist die Materialfrage ganz hoch. Aber das merkwürdige daran ist, dass von dem Material sehr viel wieder weg gemacht wird. Er glaubt es liege viel darin, dass es in die Richtung geht, dass das Material einen wichtigeren Platz einnimmt. Also das es selber zum Klingen kommt und da hatte er zwar eine Idee darüber, aber er schaffte es nie dies zu verwirklichen, dass man dies auch wirklich hören kann. Frans meint damit, dass er ein geigenähnliches Instrument baut, ein Streichinstrument, wo das zum Vorschein kommt. Da steht aber laut Frans noch viel aus.

 

Hat dies zur Entwicklung von neuen Instrumenten geführt?
Für Frans war dies nicht wirklich ausschlaggebend für die Entwicklung neuer Instrumente. Aber er weist darauf hin, was er vorher nicht gedacht hätte, dass Streichinstrumente bauen so vielfältig aussehen kann und dass man ganz viele Möglichkeiten hat, wo man auch dann unterschiedliche musikalische Bedürfnisse verwirklichen kann, das ist mehr oder weniger die hauptsächliche Lehre für Frans.

Wenn Leute zu Frans kamen um ein Instrument bei ihm zu bestellen, lag das Problem häufig darin, dass kein Gespräch mit Musikern stattfand. Er erinnert sich jedoch an zwei Menschen, die einigermaßen auf die Arbeiten von Frans eingingen, die sehr davon beeindruckt waren und ein großes Interesse zeigten.

 

Improvisationsmusik
Frans hat sich unteranderem auch viel mit Improvisationsmusik beschäftigt, aber das ist ein riesenlanger Weg, den man eigentlich mal anfangen müsste. Improvisation wird meistens so verstanden, dass man willkürlich etwas tut und man spürt dabei nur die Zufälligkeit. Für Frans ist es ein ganz hohes Ziel sich ganz frei zu bewegen in der Musik und trotzdem genau zu wissen was man macht. Meistens versteht man das rein zufällig, aber das ist für Frans sicher nicht der Weg. Das weiterentwickeln von Instrumentenbau wird weiterhin sehr eng mit der Musik zusammenhängen.

 

Die Acht, Anregung von Rudolf Steiner mit Tomastik
Frans hat die Geschichte der Anregung Steiners nur mündlich überliefert bekommen, er weiß leider nicht ob das auch wirklich stimmt. Dabei fragt er sich wie das alles eigentlich zu verstehen ist. Er erläutert, dass ein Instrument in lemniskatische Form schwingt sei praktisch undenkbar. Frans kann das mit elektroakustischer Untersuchung sehr genau nachweisen wie das etwa formenmäßig schwingt, das findet einfach nicht statt auch nicht mit allem was er bisher probierte. Vielleicht ist dies auch ganz anders gemeint mehr aus zwei ganz verschiedenen Bereichen.

Bei dem Kinderinstrumentenversuch von Frans wurde diese Anregung als theoretische Vorgabe benutzt.