Fransello

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Dieses Instrument war der Versuch, ein Streichinstrument speziell für Kinder anzufertigen, nicht nur von der Handhabung, sondern auch vom Klang her. Es bestand die Anfrage in eine größere Produktion einzusteigen, da hat sich die ganze Werkstatt, ungefähr 10 Mann (mit allen Auszubildenden), dazu entschlossen, ein Entwicklungsprojekt für Kinder zu machen. Jeder hat sich eingebracht und hat seine Ideen darüber gezeichnet, gemalt und plastiziert. Zum Schluss ist die Gruppe der Werkstatt dann der endgültigen Formgebung näher gekommen.

Einer dieser Versuche bestand auch darin, den Angaben von Rudolf Steiner nachzugehen. Dieser Versuch, den Steiner 1924 in Wien in der Werkstatt von Dr. Thomastik gemacht hatte, war folgendermaßen: Er hat an einem geöffneten Geigenkörper gezeigt (laut mündlicher Überlieferung), dass, wenn man es schaffen würde, das Instrument in dieser Form, also in lemniskatischer Form zum Schwingen zu bringen, dass man dann in dem Ton etwas anderes vorfinden würde als es nur im physischen Ton vorhanden ist. Die bisherige Ausführung dieses Konzeptes war immer so, dass der Anregungspunkt (Steg) des Resonanzkörpers sich immer in der Mitte, wo die Äste sich kreuzen, befindet.

Sozusagen, wo die Arme des Lemniskate sich kreuzen, da wurde der Steg hingestellt. Frans van Dijk versucht hier jedoch eine lemniskatische Schwingung zu erzeugen, zum Beispiel, wenn man auf einer der Äste der Lemniskate den Steg hin baut (die Hauptanregungsrichtung des Resonanzkörpers). Dadurch sieht man, dass ein asymmetrisches Instrument entsteht, ein Teil der Lemniskate fehlt aus spieltechnischen Gründen. Die zweite Blickrichtung des Entwurfs war, dass es ein spezielles Instrument für Kinder sein soll. Und deshalb hat Frans van Dijk mit seiner Gruppe versucht, die Konstruktion so gut wie möglich zu vereinfachen, da beispielsweise die Konstruktion der Geige und des Cellos sehr kompliziert ist. Wie man auf dem Video erkennen kann, wurde das Instrument aus einem großen, massiven Holzstück heraus geschnitzt.